Archive for the ‘All’ Category

„Faire“ Computer?

Sonntag, Juni 10th, 2012

Foxconn bekommt durch Apple in letzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit bezüglich der Gewerkschaftsrechte und Arbeitsbedingungen der Fabriken in China. Gerade weil iLifestyle und Suizid so weit voneinander weg zu liegen scheinen. Kampagnen wie makeITfair (Germanwatch e.V.) u.a. sowie der Greenpeace »Guide to Greener Electronics« werfen den Blick auf die Schattenseiten der Technik in Herkunft der Materialien, Produktionsbedingungen, Giftstoffen, Energieverbrauch, Entsorgung und die mitgekaufte Verantwortung. Obwohl auch in Deutschland Reuse vor Recycle gilt, wird meist schon das Recycling in den Anfängen der abwechselnd von den Herstellern organisierten Entsorgungskette erstickt.

Gestern sah ich den Film »Blood in the Mobile«, der die für Elektronikprodukte essentiellen »Konfliktmineralien« aus dem Kongo zum Thema hat. Aufgebracht durch einen UN-Expertenbericht, der aussagt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Minenabbau für Mobiltelefone und Angriffen auf die Bevölkerung durch Milizen besteht (UN Group of Experts, Dez. 2008, S/2008/43), tritt Regisseur Frank Piasecki Poulsen mit dem Mobiltelefonhersteller seiner Wahl in Kontakt. Aber woher die verwendeten Mineralien stammen, kann und will niemand sagen, obwohl seit 10 Jahren das Problem intern diskutiert wird – zudem sei auch die ganze Elektroniksparte betroffen und auch bei den Konsumierenden läge die Verantwortung. Poulsen will verstehen und mit eigenen Augen sehen, wie die Realität vor Ort aussieht und bereist mit Kamerateam eine der Minen und zeigt somit die verschiedenen Problematiken auf. Lösungsansätze werden auch diskutiert und als Anfang ist durch einen US-Gesetzesantrag erreicht worden, dass die Zulieferungskette transparent veröffentlicht werden muss. Eine Projektseite ist hier.

Relativ neu ist die Doku »Behind the Screen: Das Leben meines Computers«, welche einige Aspekte der Herstellung und Entsorgung beispielhaft abdeckt. Da EU-Exporte für Elektroschrott verboten sind, landen als Gebrauchtware deklarierte Müllladungen auf Halden in Ghana und werden in Accra, Koforidua usw. zerlegt. Dieser Prozess setzt höchstgiftige Stoffe frei und betrifft somit die dort arbeitenden Kinder mehrfach. Auch die Bleikonzentration und weitere Kunststoffe wie Weichmacher belasten das Trinkwasser.

Doch bevor ein Device dort landet, wird es z.B. in Tschechien von vietnamesischen Leiharbeitern in Knebelverträgen hergestellt. Das verwendete Gold könnte aber wieder aus Ghana kommen. Hauptsache, wir sind auf der „richtigen“ Seite des digital divide? Mehr zum Thema Informatik & Gesellschaft auch hier, in der Zeitschrift des »Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.«.

Codecvergleich mit GStreamer durch SSIM

Freitag, Mai 18th, 2012

Während der Wirrungen bezüglich des HTML5-Videostandards hatte ich (noch lange bevor WebM existierte) einen Blick auf Dirac geworfen, einen alternativen Codec der BBC Research Labs. Nach subjektiven Vergleichen und einiger Benutzung, fehlte mir dennoch ein Verfahren, um mehr verlässliche Aussagen über die Qualität (sowie zu erwartende Größe) eines komprimierten Videos zu machen. Anstelle des „alten“ PSNR wurde SSIM zur Differenzanalyse zwischen Original und dem komprimierten Bild verwendet. GStreamer bietet sich durch starke Flexibilität an – ein Testframework wurde in Python mit Django umgesetzt. Leider steht der Out-of-the-box-Verwendung noch einiges im Wege; gerade die SSIM-Berechnung ist noch nicht als eigenständiges GStreamer-Element implementiert, was Geschwindigkeit und Stabilität verbessern würden. Auch die generelle Anbindung der GStreamer-Mainloop in die Webapplikation wäre besser durch einen daemon zu lösen. Daher kommt hier jetzt noch kein Quellcode…

Ausarbeitung (Kurs Digitales Video): Der Dirac-Wavelet-Codec und automatisierter Qualitätsvergleich mit Hilfe des GStreamer-Frameworks

Die erhobenen Daten sind nur beispielhaft und erheben keinen Anspruch auf vollständige Charakterisierung der Codecs. Denn der Zeitaufwand für SSIM ist groß – und somit ist die Eingabesequenz sehr kurz gewählt.

Arduino N64 Controller Library und Tetris-Port

Montag, März 26th, 2012

Moved to GitHub: https://github.com/pothos/arduino-n64-controller-library

Die Arduino-Plattform (arduino.cc) bietet einen einfachen Einstieg in die Microcontroller-Programmierung und ist gerade im Nicht-Geek-Bereich eine Erfolgsgeschichte. Die vielen Bibliotheken ermöglichen es, hauptsächlich auf der „Organisationsebene“ zu bleiben – in kurzer Zeit war aus der Kombination von TVout, dem verfügbaren Tetris-Clone und einigen Modifikationen zum Speichern der Highscore im EEPROM eine archaische Spielkonsole aufgebaut. Dank dieser Anleitung konnte ein N64-Controller benutzt werden. Während für NES relativ viel Quellcode verfügbar ist, gibt es keine komfortable N64-Controller-Library, da wegen exaktem Timing Inline-Assembler verwendet wird und der PIN fest eingeschrieben ist. Meine Bibliothek ist vielleicht nicht in schönster Manier geschrieben und alles andere als optimal in der Codegröße, aber für eine Erstveröffentlichung sollte es ausreichen – komfortabel ist sie zumindest (auch alle möglichen PINs von 0 bis 13 können unabhängig voneinander für Controller benutzt werden).

Die Lizenz ist unklar, es handelt sich hauptsächlich um Modifikationen und Zusammenstellungen. Der Tetris-Port „Simple Tetris Clone“ ist z.B. unter der MIT-License veröffentlicht, die meisten Bibliotheken unter der (L)GPL.

Version 1 der Library (26.03.2012) 2 der Library (26.07.2012),

getestet auf Arduino Uno: N64Controller

Hier der Quelltext für das Spiel: N64Tetris

Beispielquellcode:

#include <N64Controller.h>
N64Controller player1 (12); // PIN 12
void setup() {
    player1.begin(); // Initialisierung
}
void loop() {
    delay(30);
    player1.update(); // Tastenzustand auslesen
    if (player1.button_A() && player1.button_D_down()
        || player1.button_Start()) { // bitte keinen Sinn suchen
        int xachse = player1.axis_x(); // kann negativ oder positiv sein,
                                   // je nach Ausrichtung des Analog-Sticks
    }
    // …
}

Facharbeit

Samstag, Oktober 23rd, 2010

Ich habe meine Facharbeit in Mathe geschrieben zum Thema Public-Key-Kryptographie am Beispiel des RSA-Verfahrens: heutige Umsetzung und Implementierung.

Hier sind die Links:

Facharbeit als PDF oder online ohne PDF-Viewer (kein PDF-Viewer? → pdfreaders.org)

als ODT (LibreOffice) – falls ihr wissen wollt, wie die Formeln geschrieben werden

schnelles hybrides Verschlüsselungs-Programm aufbauend auf dem Facharbeits-Code (src)

das kompilierte Programm für Linux (64 Bit) braucht die Ubuntu-Pakete libgmp3c2 libgmpxx4ldbl und zum Kompilieren libgmp3-dev

und das kompilierte Programm für Linux (32 Bit)

das kompilierte Programm für Windows